Im Herbst achtsam Natur erleben

Mit dem Sammeln von Naturmaterialien könnte ich Stunden verbringen. Geht es euch auch so? 

Zurzeit bin ich mal wieder in die Hagebutten verliebt. Dort kann ich stundenlang am Strauch stehen und schlemmen. 

Sammeln und Pflücken bringt mich sofort in das Hier und Jetzt, was nachgewiesen ein wesentlicher Faktor in der Stressreduktion ist. 

Mein Fokus liegt dann nur auf den Gegenständen, auf den Früchten und den Materialien. Ich genieße das Sein in diesen Momenten total. 

Manche denken vielleicht, dass das nur eine schöne Aktivität für Kinder ist, aber dem ist nicht so. 

Das Sammeln ist hier eher ein Feld für ästhetisch-sinnliche Erfahrung und das für Klein und Groß. 

Dabei entdecken wir wieder, kommen ins Staunen und unsere Kreativität wird angeregt. Wir be-greifen unsere Umwelt.

In der letzten Woche, vor dem Erntedankfest war ich sehr viel mit Sammeln beschäftigt. 

Die Natur legt uns die Schätze direkt vor die Füße: Walnüsse, Haselnüsse, Äpfel, Birnen, Hagebutten und Quitten, Topinambur, Kürbisse uvm.

In mir steigt dann die große Dankbarkeit für die Fülle auf. Wir ernten, legen Vorräte an und bereiten uns auf die kalten, dunklen Tage vor. Dankbarkeit und Großzügigkeit (Teilen), Rückschau auf die schönen Erlebnisse und Annahme (Mitgefühl) und Vergebung der weniger schönen Erlebnisse sind die großen heilenden Kräfte zu dieser Zeit. 

Das Sammeln im Außen, bedeutet für mich somit auch ein Sammeln im Inneren. 

Der Oktober gibt uns den Anstoß zur Innenschau und zur Reflektion.

Ich lade dich ein den 7-tägigen E-mailkurs "Im Herbst achtsam Natur erleben" mitzumachen, der am 23.10.21 startet. 
Als kleinen Einblick schau dir gern das Video zum Thema "Hagebutten roh essen - eine Achtsamkeitsübung" an und lass mich gern wissen, wie es dir bei der Übung ging. 

Video: Hagebutten roh essen - eine Achtsamkeitsübung 

Viel Freude mit den Hagebutten!

Hier bekommst du das Arbeitsblatt zum Hagebuttenvideo.

Was ist Waldbaden? 

Waldbaden ist eine wunderbare Möglichkeit sich selbst zu erfahren und für mich Heilung pur. Viele haben den Begriff vielleicht schon einmal gehört, aber wissen nicht so richtig, was es mit dem Waldbaden überhaupt auf sich hat. Deswegen möchte ich euch hier meine Definition von Waldbaden näher bringen.

WALDBADEN - EINE DEFINITION


Waldbaden definiere ich wie folgt, als ein "langsames, achtsames und absichtsloses Schlendern durch den Wald, das zur Gesundheitsförderung beiträgt".

Langsam - bedeutet hier, dass wir uns dem Rhythmus des Waldes anpassen und in unseren Bewegungen immer ruhiger und langsamer werden. Ich mag das Bild vom Wald als unseren Tanzpartner mit dem wir schwingen, stehen bleiben, beobachten und genießen. In dieser Langsamkeit beruhigt sich unser Körper und unser Geist.

Achtsam - bedeutet, dass wir uns ganz auf unsere Sinne konzentrieren und lernen unsere Umgebung im Detail wahrzunehmen, in uns zu spüren, was die Natur in uns auslöst, welche Wirkungen sie auf uns hat und zu fühlen, wie wir gerade in der Natur sind. Wir nehmen an, was gerade ist ohne es verändern zu wollen. Dann sind wir achtsam.

Absichtslos - heißt, dass wir uns beim Waldbaden frei machen von Erwartungen, frei davon etwas bekommen, erreichen oder tun zu müssen. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem SEIN in der Natur.

Schlendern - vereint die vorher genannten Eigenschaften und verdeutlicht, dass wir keine Leistungen erbringen müssen, uns ganz frei von Bewertungen fortbewegen ohne ein Ziel erreichen zu müssen, so als würden wir von Schaufenster zu Schaufenster gehen, stehen bleiben, betrachten, staunen und langsam weitergehen.

Gesundheitsförderung - stellt hier kein Ziel dar, sondern ist ein positiver Effekt der Natur ohne, dass wir dafür viel tun müssen, außer uns ganz der Natur hingeben

"Deutschland geht Waldbaden" 

zur Sommersonnenwende, 21. Juni 2021

Zur Sommersonnenwende im Krugpark, in Brandenburg an der Havel haben wir uns auf den Weg gemacht, sind tief eingetaucht in die abendliche Waldatmosphäre zur Sommersonnenwende, um ganz mit dem Wald zu verschmelzen und uns mit dem Tanzpartner Wald vertraut zu machen, im Rhythmus des Waldes mitzuschwingen und ganz beseelt im Licht der kürzesten Nacht zu baden.
In einer kleinen Gruppe versammelten wir uns am Eingang des Krugparks. Wir begannen mit einem Dankbarkeitsritual, denn der Tag der Sommersonnenwende ist eine gute Zeit, um dankbar auf die erste Jahreshälfte zurückzuschauen und uns voller Freude mit der Natur zu verbinden, die sich zu dieser Zeit in ihrer Hochzeit befindet. Nach dem alle Teilnehmer auf der Lichtung einen ruhigen Platz gefunden hatten und sich Zeit für Dankbarkeit nahmen, legten sie liebevoll und symbolisch dafür einen Stein an ihrer Stelle ab. In Stille gingen wir ein kleines Stück weiter, um uns noch mehr für die Natur zu sensibilisieren, unsere Sinne zu öffnen und präsenter zu werden. Vor der Waldbühne luden uns das Grün und die sanfte Brise ein, uns im Rhythmus des Waldes zu bewegen, unseren kindlichen Anteil aufzuwecken und sanfte tanzende Bewegungen zu machen. Auf dem nächsten stillen Wegabschnitt suchte jeder eine "schöne Sache" und überlegte, was dieser Gegenstand über die eigene Person aussagt, welche Parallelen es gibt bzw. welche Erinnerungen damit verbunden sind. Beim nächsten Halt teilten wir unsere Gedanken dazu und bemerkten, wie wir nach leichter körperlicher Bewegung, sanftem Schwingen und im Schoß von Mutter Natur immer ruhiger und entspannter wurden. Wir schlenderten achtsam mit einem Partner weiter und zeigten uns gegenseitig, was wir wahrnehmen. Erstaunlich ist, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind und wie uns unser Partner oder Partnerin auf Dinge aufmerksam machte, die wir zuvor gar nicht gesehen haben. In einer weiteren Einladung ließen wir uns von Blättern berühren und übten uns in einer Blatt-Atemübung. Da die Zeit ziemlich schnell verging, machten wir uns auf den Rückweg mit einem kleinen Beutel in der Hand, um für unser Sonnenmandala (siehe Bild), das wir gemeinsam gestalteten, Material zu sammeln. Wir hatten noch etwas Zeit, um das Lichtspiel der untergehenden Sonne durch die Bäume zu beobachten und uns etwas darüber auszutauschen, wie wir uns fühlen. Ein großes Dankeschön an alle Teilnehmer und ich freue mich schon jetzt im nächsten Jahr wieder dieses Event zu unterstützen. 


Das Event "Deutschland geht Waldbaden" fand nun zum zweiten Mal statt. Es handelt sich um eine Benefiz-Veranstaltung, um Spenden für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zu sammeln und somit Naturprojekte zu unterstützen. Michaela Dalchow, die Organisatorin der bundesweiten Benefiz-Aktion äußert sich: „Als Anbieter von Waldbaden in Deutschland nutzen wir im Rahmen unserer Tätigkeit die Wälder und möchten über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wieder etwas an sie zurückgeben. Durch unsere Aktion laden wir andere dazu ein es auch zu tun, um dieses wichtige Ökosystem zu schützen. Wir alle sehen wie der Wald unter dem Klimawandel leidet und wir müssen dringend aktiv werden, vor allem auch durch ‚Bewusstsein schaffen‘. Der Wald erfüllt viele elementare Funktionen wie die Reinigung der Luft, er kühlt sie, er ist Wasserspeicher, er produziert Sauerstoff, er ist ein großer Kohlenstoffspeicher und vor allem ist er wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Er schenkt dem Menschen Erholung, Entspannung und Regeneration, was vor allem jetzt zu Zeiten von Corona intensiv genutzt wird. Der Wald ist eine kostbare natürliche Ressource zum Krafttanken und Abschalten. Wir brauchen unsere Wälder. Deswegen möchten wir den längsten Tag des Jahres -die Sommersonnenwende- zu einem Tag des Waldbadens an unterschiedlichen Plätzen in Deutschland machen. Gemeinsam verbringen wir Zeit im Wald, zeigen unsere Verbundenheit mit ihm und eine Verbundenheit mit allen, die in und mit der Natur arbeiten.“

Der erste „Tag des Waldbaden“ in Brandenburg/Havel

12. September 2020

Am 12. September 2020 fand der erste „Tag des Waldbadens“ in Brandenburg/Havel statt. In einem kurzem 20-minütigen Vortrag über die Heilkraft des Waldes erklärte ich der Gruppe, was Waldbaden eigentlich ist, wo der Ursprung dieser Tradition liegt, welche Wirkungen das Waldbaden auf unseren Körper und unsere Psyche hat und was genau im Wald zu diesen positiven Wirkungen führt. Nach einigen Tipps, wie der Aufenthalt im Wald seine besten Wirkungen erzielt, gingen wir gemeinsam in die Natur.

Als erstes startete das Programm mit einer karibischen Auflockerung von Kopf bis Fuß, angeleitet von Christopher Willer (www.karibik-Yoga.de). In Stille und jeder für sich begab sich die Gruppe auf den Weg, mit der Intention in Langsamkeit die Natur zu betrachten, die Sinne zu öffnen und eine schöne Sache zu sammeln. Beim nächsten Treffpunkt stand der Tastsinn im Vordergrund und jeder konnte die schönen Dinge hinter dem Rücken erspüren, die die Teilnehmer auf ihrem Weg gefunden haben. Unter dem Blätterdach der Buchen ging es weiter in Stille zum nächsten Sammelpunkt, an dem die Teilnehmer ihre Augen trainieren konnten. Dabei suchte sich jeder einen Baum aus, setzte sich auf seine grüne Matte in den Wald und betrachtete die Schönheit des gewählten Baumes von oben bis unten. Zum Ende des Waldbadens hatte jeder die Möglichkeit nochmal kreativ zu werden und sich den Ort auf dem Papier mit nach Hause zu nehmen. 

Die Entschleunigung der Gruppe war deutlich spürbar. Einfach mal die Zeit im Wald vergessen, achtsam und gleichzeitig spielerisch die Natur entdecken mit gesundheitsfördernden Effekten, steigert das Wohlbefinden und die innere Ruhe.